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Geithain Open Air 9. Juni 2008

Posted by Matthias Linke in Kultur, Soziales.
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Am 7. Juni fand dieses Jahr das Geithain Open Air im R9 statt. Kaum eine Veranstaltung in Geithain polarisiert so stark. In den Köpfen der Anwohner haben sich nur die laute Musik am Abend und die Vandalismusschäden am Morgen eingeprägt.
Traditionell stellten Punks(mehr) und Skins(weniger) die Mehrheit der Besucher.
Beeindruckend für den interessierten Besucher war, dass die Organisatoren bekannte Bands der Szene nach Geithain geholt haben. Darunter „Berliner Weisse„, „Konflikt“ aus der Slovakei und eine der besten Ska-Bands Deutschlands „Die Tornados„.

Schade war nur, dass wieder wenige Geithainer Jugendliche dabei waren. Die Frage ist: Woran liegt das?
Schrecken die Punks so sehr ab? Haben die Leute hier nichts vom Konzert gewußt?
Es wurde nicht plakatiert und auch sonst hat man kaum vom Open Air Geithain gehört. Die Abfrage bei Google liefert fast ausschließlich Einträge in den Szenewebsites.

Da die Stadt Geithain den R9 finanziell unterstützt, sollte auch die Geithainer Jugend etwas von solchen Veranstaltungen haben. Ich denke die finanzielle Unterstützung kann an Bedingungen geknüpft werden, die helfen, dass möglichst viele Geithainer das Angebot nutzen. Ich glaube kaum, dass z.B.: die Tornados rein vom Musikstil her auf Ablehnung stoßen würden.

Das Konzert insgesamt verlief entgegen den Befürchtungen vieler friedlich und mit guter Stimmung. Gut fand ich, dass statt „Konflikt“ „die Tornados“ zum Schluss gespielt haben. So haben die Besucher das Konzert weniger aufgeladen verlassen.
Schäden in der Stadt sind bis jetzt noch keine berichtet worden. Die einzigen, die mir negativ auffielen waren zwei Konzertbesucher, die am nächsten Vormittag auf dem Markt die Leute, die ins Wahllokal im Rathaus gingen, mit äußert geistreichen und geschmackvollen Bemerkungen beglückt haben.

Ob die Punks und das bürgerliche Geithain wenigstens für den einen Tag zusammen auskommen können? Ich denke Ja – Wie, muss im Detail eben jedes Jahr neu diskutiert werden!

Nachtrag:
Dem Vandalismus an diesem Abend sind Wahlplakate von Frau Köpping und von Andre Jungnickel zum Opfer gefallen. Materiell schlimmer ist allerdings, dass Briefkästen aus der Wand gerissen und zerstört worden sind.

Kommentare»

1. Claudio Möckel - 11. Juni 2008

Ich denke, das Geithaimer Open ai, ist wichtig für deren Jugendliche um Kontakte ins restliche sachen zu knüpfen, oder wer würde sich sonst von der Zielgruppe, die dieses Festival prägte in das kleine Städtchen verirren?
Wenn die wahl am nächsten tag war, wen interessiert dann bitte noch das letzte Plakat an einer Laterne, man weiß doch schon vorher was man will! Alles schall und rauch also…
Die Briefkästen jedoch nicht, das musste nicht sein…
Ich spreche allerdings als einer, der selbst das festival besuchte und auch aus der sächsischen Skinszene (größer) stamme, sowie mit Kollegen die der Punkszene (kleiner) angehören. Natürlich verlief das Festival friedlich, ich gehe nun seit mittlerweile 6 Jahren auf diverse Veranstaltungen dieser Art und erlebte noch nie, dass es zu ausschreitungen, gewalt oder dergleichen kam. Allerdings mag das Bild an der Brandschatzung der szene durch gewiefte Presseangehörige so stehen, wie es nunmal steht. das würde dann in etwa so wirken: Ein Punk= Besoffen, bettelarm, arbeitslos, beleidigend; Ein Skinhead: Nationalsozialist, brutaler Schläger, frisst Kinder
Naja, das führt zu weit jetzt…
Worauf ich hinaus wollte war das Bild, das auch hier widergegen wird, „Schrecken die Punks so sehr ab? „…
Desweiteren ist es völlig egal, ob als lketztes nun Konflikt oder die tornados spielen, denn man kann doch nicht pauschalisieren und sagen, da spielen konflikt, da werden die Leute angestachelt, dann verwüsten die uns die stadt…
wer denkt an diejenigen, die bereits nach Konflikt den Heimweg antraten? Haben diese vielleicht die Briefkästen zerstört? Na gut, möglich wäre es!
Also, nicht so negativ denken…

2. Anett Börner - 16. Februar 2009

Leider habe ich diesen Artikel erst heute entdeckt und als Leiterin des Kinder- und Jugendhauses freue mich dass unsere Veranstaltung diesmal nicht als die sinnlose Ruhestörung dargestellt wurde, als die sie sonst in den Geithainer Köpfen rumzugeistern scheint.
Widersprechen möchte ich allerdings der Darstellung, dass das Konzert nur von wenigen Geithainer Jugendlichen besucht wurde. Gerade unsere Open-Air Konzerte ziehen viele Jugendliche aus Geithain und der näheren Umgebung an. Eine gezielte Werbekampagne mit Plakaten ist in diesem Fall nicht nötig, Mundpropaganda und die Werbung im Netz (auch auf der offiziellen Seite der Stadt) reichte bisher immer vollkommen aus.